Weltfrauentag 2026: Frauenrechte müssen konsequent gestärkt werden
Anlässlich des Weltfrauentags hat Volt Luxemburg am 8. März am feministischen Marsch, organisiert von der JIF (Journée Internationale des Femmes), teilgenommen. Gemeinsam mit mehr als tausend engagierten Menschen sind wir durch die Straßen gezogen, um ein klares Zeichen zu setzen: Frauenrechte sind Menschenrechte müssen konsequent geschützt und weiter ausgebaut werden!
Luxemburg hat in den vergangenen Jahren wichtige Fortschritte gemacht. Besonders die jüngste Verfassungsänderung, mit der das Recht auf Schwangerschaftsabbruch gestärkt wurde, ist ein bedeutender Schritt für die Selbstbestimmung von Frauen. Dieses Recht muss dauerhaft geschützt bleiben und wir begrüßen diese Änderung.
Gleichzeitig darf man dabei aber nicht Halt machen. Die JIF hat klare politische Forderungen formuliert. Viele dieser Forderungen decken sich mit den Werten und politischen Zielen von Volt. Wir unterstützen insbesondere Maßnahmen für ein gerechteres und inklusiveres Gesundheits- und Sozialsystem sowie für eine stärkere Selbstbestimmung über den eigenen Körper.
Deshalb zählen auch zu unseren Forderungen unter anderem:
Ein universeller und bedingungsloser Zugang zur Gesundheitsversorgung für alle in Luxemburg lebenden Menschen – unabhängig von administrativem Status, Einkommen oder Versicherungsstatus. Gesundheit darf kein Marktgut sein, sondern muss als öffentliches Gut organisiert werden.
Der Ausbau eines solidarischen öffentlichen Gesundheitssystems, etwa durch öffentliche Gesundheitszentren, bessere Arbeitsbedingungen im Gesundheitssektor, die Ausweitung des Tiers-Payant-Systems und die vollständige Kostenübernahme notwendiger Behandlungen, einschließlich psychologischer Betreuung.
Die konsequente Bekämpfung geschlechtsspezifischer medizinischer Ungleichheiten, etwa durch mehr Forschung zur Gesundheit von Frauen, die Anerkennung bislang unterdiagnostizierter Erkrankungen wie Endometriose oder PCOS und die systematische Integration einer Gender-Perspektive in medizinische Ausbildung, Forschung und Praxis.
Starke sexuelle und reproduktive Rechte, einschließlich eines sicheren, kostenlosen und diskriminierungsfreien Zugangs zu Schwangerschaftsabbrüchen, kostenloser Verhütungsmittel sowie einer umfassenden affektiven und sexuellen Bildung.
Die Bekämpfung sexistischer, sexualisierter und institutioneller Gewalt als zentrales Thema der öffentlichen Gesundheit, und zwar mit besseren Unterstützungsstrukturen, psychotraumatologischer Versorgung, Prävention und Ausbildung von Fachpersonal.
Eine ambitionierte Politik für psychische Gesundheit, die soziale Ursachen von Stress, Burn-out und psychischer Belastung ernst nimmt, etwa durch bessere Arbeitsbedingungen, stärkere Prävention, bessere Versorgung sowie Maßnahmen gegen Prekarität und Armut.
Mehr soziale Gerechtigkeit und wirtschaftliche Gleichstellung, unter anderem durch Maßnahmen gegen Armut, eine Stärkung des öffentlichen Rentensystems und bessere Anerkennung von Lebensrealitäten, die durch geschlechtsspezifische Ungleichheiten geprägt sind.
Allerdings ist uns in der Medienberichterstattung über den feministischen Marsch jedoch etwas aufgefallen. Bisher hat keines der größeren Newsoutlets – weder das Luxemburger Wort, noch RTL oder L’Essentiel – erwähnt, dass auch politische Parteien aktiv am Marsch und den Protesten teilgenommen haben. Auf keinem der veröffentlichten Bilder ist eine Parteienflagge zu sehen. Angesichts der großen Anzahl an Fotos, die von der Demonstration veröffentlicht wurden, wirkt dies zumindest wie eine bewusste redaktionelle Entscheidung.
Das wirft Fragen auf. Schließlich ging es bei dem Marsch um klar politische Themen, und die JIF hat gemeinsam mit anderen Organisationen konkrete Forderungen an die Politik formuliert. In einem solchen Kontext wäre es durchaus relevant für die Öffentlichkeit zu sehen, welche politischen Akteur*innen vor Ort waren – und welche nicht.
Auffällig ist auch, dass die beiden Regierungsparteien auf dem Marsch nirgends zu sehen waren. Generell schien ein Großteil der Parteien abwesend zu sein. Klar sichtbar waren nach unserer Wahrnehmung Vertreter*innen der LSAP, von déi Lénk, der KPL sowie von déi jonk Gréng. Dagegen waren keine Delegationen von DP, CSV, Piraten oder ADR erkennbar.
Gerade deshalb stellt sich die Frage, warum die Medien diesen Aspekt nicht aufgreifen. Medien tragen eine wichtige Verantwortung, Bürger*innen umfassend zu informieren – auch darüber, welche politischen Parteien bei gesellschaftlichen Protesten Präsenz zeigen und welche nicht. Transparenz darüber gehört zu einer lebendigen demokratischen Debatte.
Für uns bleibt klar: Gleichberechtigung ist keine symbolische Forderung für einen Tag im Jahr, sondern eine dauerhafte politische Aufgabe. Als progressive europäische Partei setzen wir uns für eine Gesellschaft ein, in der alle Menschen, unabhängig von Geschlecht oder Identität, frei, sicher und gleichberechtigt leben können.
Der Weltfrauentag erinnert uns daran, dass Fortschritt möglich ist. Jetzt gilt es, ihn weiter voranzutreiben.